In meiner Ausbildung zur Kunsttherapeutin an der Kölner Schule für Kunsttherapie begegnete mir ein weiterer Baustein der systemischen Arbeit. Die Beschäftigung mit dem IFS-Modell, dem Internal Family System des US-Amerikaners Dr. Richard C. Schwartz. Das IFS-Modell lenkt den Blick auf die individuelle, innere systemische Ordnung des Menschen. Es begreift den einzelnen Menschen als ein System aus verschiedenen inneren Anteilen.
Wie in einer realen Familie stehen diese Anteile zueinander in Beziehung. Sie kommunizieren miteinander, streben nach Ausgleich und Harmonie, wünschen sich wirkungsvolle und sinnvolle Führung und benötigen Raum und Zeit für Entwicklung. Das IFS-Modell wendet sich an den erwachsenen Menschen im Sinne der Stärkung seiner inneren Führung. In der Kunsttherapie können wir unsere inneren Anteile verbildlichen und ihnen Namen geben, um in der Folge diese Anteile genauer kennenzulernen und sie, wie in einem Familienrat, miteinander sprechen zu lassen.
Richard Schwartz schreibt: „Eine Prämisse des IFS ist, dass die Menschen ein Wissen über ihre eigene Gesundheit haben und einen angeborenen Trieb hinzu Harmonie und Ausgleich. Sie versuchen nicht nur, gleichbleibende Zustände aufrechtzuerhalten und auf Feedback zu reagieren, sie streben ebenso nach Kreativität und Intimität. Sie sind vollständig dafür ausgestattet, ein harmonisches inneres und äußeres Leben zu führen. Aus dieser Prämisse folgt, dass Menschen, die (chronische) Probleme haben, auf diese inneren Ressourcen und ihre innere Weisheit keinen vollständigen Zugriff haben.“
Wenn ich davon berichte, wie jedes Anliegen, mit dem Menschen zu mir kommen, aus sich selbst heraus bestrebt ist, sich zum Guten zu entwickeln, dann beziehe ich mich auf das IFS-Modell. Das Streben nach Gleichgewicht, Harmonie, Führung und Entwicklung ist im Menschen angelegt und entspricht dem von mir entwickelten Bild des Ariadnefadens. Ich unterstütze meine Klienten dabei, ihrem persönlichen Faden zu folgen. Mehr dazu: Meine Haltung als Aufstellerin.